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13. Tatort-Adventskalendertürchen

Titel: Vorweihnachts-Zeit
Prompt: Weihnachtsdeko/Weihnachtsbeleuchtung
Genre: Humor, vielleicht, oder so. Eben die Münsteraner wenn gerade keine Katastrophe anliegt. :-)
Länge: ca. 2000 Wörter Rating: p6,
Character: Thiel, Alberich, Boerne
An: Danke an TSihek die das Ganze gebetat, und mich u.a. darauf aufmerksam gemacht hat, dass man in Boernes Büro nicht auf den Schrank klettern kann.

Vorweihnachts-Zeit


Loser Bezug zu "Spargelzeit" wenn man ihn sehen möchte.


Frank Thiel war ein Mensch, der es schätzte, wenn sein Leben in geregelten Bahnen verlief. Gelegentlich fragte er sich deshalb, warum er sich ausgerechnet Polizist als Beruf ausgesucht hatte. Denn hier waren weder die Arbeitszeiten, noch die täglichen Abläufe wirklich langfristig planbar.

Gerade deshalb mochte er allerdings eine gewisse Verlässlichkeit bei den sonstigen Rahmenbedingungen. Wenn er ehrlich war, war dieses Bedürfnis nach Verlässlichkeit der Hauptgrund für seinen Vorschlag: Ein neuer Kickertisch für die Jugendpsychiatrie.
Bei Münsters Polizei hatte sich die Tradition entwickelt anstatt irgendwelcher, mehr oder weniger undefinierter Spendenaktionen Geld für ein ganz konkretes Projekt hier in Münster zu sammeln. Dazu sollte möglichst jeder einen Vorschlag auf einen Zettel schreiben. Danach wurde abgestimmt.
Dabei gab es vermutlich andere Menschen die andere Dinge dringender gebraucht hätten. Denn die Patienten der Jugendpsychiatrie konnten durchaus Kicker spielen wenn ihnen danach war. Denn aus irgendwelchen Gründen, die Thiel nicht näher bekannt waren hatten Boerne und Frau Haller ihren Kickertisch an eben diese Abteilung der Uniklinik ausgeborgt.

Allerdings schien es für die Beziehung der beiden Rechtsmediziner wichtig zu sein, sich regelmäßig mit einander messen zu können. Das führte zu mehr oder weniger kreativen Aufgaben, um deren Erfüllung sie wetteten. Und genau darin lag Thiels Problem. Er schüttelte innerlich den Kopf, als er an seinen Besuch bei den Kollegen vorhin zurückdachte.

**************************************************

Thiel trat durch die Schiebetür in die Räume der Rechtsmedizin. Zwar war es hier drin fast nie wirklich heiß. Schließlich wurde die Temperatur wegen der hier lagernden Leichen kühl gehalten. Aber gerade im Winter war der Unterschied zu draußen doch sehr deutlich zu spüren. Da er es nicht besonders eilig hatte hängte er seinen Anorak an einen der Haken. Dabei wurde ihm bewusst, dass er bisher keine Stimmen gehört hatte, und auch sonst keine Geräusche die ihm anzeigten dass sich hier außer ihm noch jemand aufhielt. "Hallo! Irgend jemand zu Hause?!
"Hier im Büro" erklang es recht leise aus der entsprechenden Richtung.


Thiel wunderte sich darüber nicht sonderlich. Die extreme Kälte und der viele Schnee schienen auch die kriminelle Energie der Münsteraner deutlich zu dämpfen. Zumindest soweit es Tötungsdelikte betraf.
In den letzten zwei Wochen hatten sie insgesamt nur vier Mordfälle aufzuklären gehabt. Davon hatte sich bei einem der Täter selbst gestellt. Zwar arbeitete die Rechtsmedizin nicht ausschließlich mit der Mordkommission zusammen. Dennoch wusste Thiel dass die meisten anderen Fälle weniger dringlich waren. Daher konnte er sich gut vorstellen, dass seine Kollegen die Zeit nutzten um sich liegengebliebenem Papierkram zu widmen.

Er stand im Türrahmen zu Boernes Büro und sah, dass er nichts sah. "Frau Haller?"
Ein leises Knacken ließ ihn zum Schrank sehen. Zuerst fiel ihm eine Tür ganz oben auf die offen stand. Danach bemerkte er eine Leiter vor dem Schrank. Verbunden wurde beides durch einen ziemlich gestreckten Körper und die dazugehörigen Beine.
Er ging davon aus, dass es sich dabei um Frau Haller handelte. Allerdings waren Kopf und Oberkörper im Schrank verschwunden. Thiel überlegte, dass es an sich wenig Sinn hatte ein Gespräch anzufangen, beschloss aber sich anstandshalber dennoch bemerkbar zu machen. "Hallo?"
"Hallo Herr Thiel." Erklang es dumpf aus dem Schrank. "Ich bin gleich so weit."

Thiel warf einen kurzen Blick durch den Raum. Er bemerkte ein größeres Tuch, dass wie zum Schutz über die Couch gebreitet lag. Es sah aus wie eines der Tücher mit denen normalerweise die Leichen abgedeckt wurden. "Seit wann lagern Sie denn ihre Toten auf dem Sofa?"
"Was?"
Die verwirrte Tonlage ließ ihn grinsen. "Na wegen dem Tuch."
Ein Lachen erklang von oben. "Da ist nix drunter. Da soll was drauf.... und zwar jetzt."
Thiel sah mit einiger Fassungslosigkeit auf die Schachtel, die in hohem Bogen vom Schrank flog und mit knapper Not aber erfolgreich auf der Couch landete. Nur um beim Aufprall sofort ihren gesamten Inhalt über das Tuch zu entleeren.
Zum Vorschein kamen eine Rolle Klebeband, zwei Scheren, einige Reißzwecken, jede Menge Büroklammern und einiger anderer Kleinkram. Ein lautes Klappen ließ ihn wieder zum Schranksehen. Die Tür war wieder zu, und langsam schoben sich zwei ihm wohlbekannte, recht kurze Beine in sein Blickfeld. Schließlich hatte die ganze Frau wieder den Boden erreicht.


Während sie die Leiter zusammenklappte erklärte sie: "Tut mir leid. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass jetzt hier jemand auftaucht. Schließlich liegt gerade kein Fall an."
Thiel zuckte die Schultern. "Ihr Chef hat mir heute Morgen was von einer anstehenden Obduktion erzählt. Möglicherweise wollte da jemand schnell ans Erbe und da dachte ich..." Er verschwieg, dass er sich gerade vor einer Besprechung drückte. Dabei sollte es hauptsächlich um die, wieder mal recht kurzfristig angesetzte Weihnachtsfeier der Polizei gehen. Erwiesene Inkompetenz hatte die Kollegen in den letzten Jahren davon Abstand nehmen lassen, ihm in Abwesenheit irgendwelche unliebsamen Aufgaben aufs Auge zu drücken. Daher sah er keinen Grund an der Besprechung länger als nötig teilzunehmen.
Frau Haller zuckte mit den Schultern. "Ich weiß. Der Sohn würde seine Schwester zu gerne im Knast sehen. Die Mutter ist aber tatsächlich friedlich in ihrem Bett eingeschlafen. Ohne dass nachgeholfen wurde."
Inzwischen hatte sie sich die Rolle Klebeband und eine der Scheren aus dem Chaos auf der Couch gefischt und beides in ihrem Kittel verstaut.


Thiel runzelte die Stirn. "Wollen sie das da so liegen lassen? Boerne springt doch garantiert im Dreieck wenn er das sieht. Wo ist der überhaupt?"
"Besprechung mit dem Institutsleiter." "Der Chef meint, der Mann hätte zu wenig Gesellschaft. Sprich, diese Sitzungen dauern meist ewig, ohne das wirklich was dabei rauskommt. "Allerdings habe ich die Befürchtung, dass er sich heute beeilen wird."

Den ersten Teil seiner Frage ignorierte sie. Sie griff sich die Leiter und steuerte jetzt die Küche an. Thiel folgte ihr notgedrungen.
Dort angekommen ging er zur Kaffeemaschine und griff sich die Kanne, wobei er Frau Haller einen fragenden Blick zuwarf. Sie nickte kurz, wandte sich dann aber gleich wieder der Tür zu.

Sie nahm kurz Augenmaß und gab sich dann Mühe die Leiter so zu platzieren, dass sie ziemlich genau in der Mitte vor dem Türrahmen stand. Danach griff sie sich eine recht kleine Schachtel vom Küchentisch, deren Form ihm vertraut vorkam.
"Sagen sie bloß sie wollen hier 'ne Lichterkette aufhängen."
Sie nickte fröhlich. Ein bisschen Weihnachtsdeko schadet nicht, und hier sieht's ja außer uns keiner."

Thiel stimmte dem ersten Teil ihrer Aussage nicht unbedingt zu, wusste aber, dass es zwecklos war darüber zu diskutieren. Frau Haller war anscheinend gerade dabei zu planen wie genau sie die Lichterkette aufhängen wollte, denn sie sah mehrfach zwischen dem Türrahmen und dem Bündel aus Kabel und kleinen Lampen hin und her.
Thiel hatte sich derweil auf einen der Stühle gesetzt und trank seinen Kaffee.
Schließlich schien sie zu wissen, was sie wollte und kletterte auf die Leiter. Dort lehnte sie sich mit den Armen auf den oberen Griff und begann den Draht abzuwickeln der die Lichterkette zusammenhielt. Thiel hatte zwar nicht gerade Höhenangst. Aber er war nicht sicher, ob er bei dieser Aktion wirklich zugucken wollte.

"Wieso macht das eigentlich nicht der große Meister."
Bevor Frau Haller jedoch antworten konnte fuhr er fort: "Halt, sagen sie nichts. Um was geht's diesmal?"
Er musste ihr grinsendes Gesicht nicht sehen, um es sich vorstellen zu können.
"Darum, ob der Chef mir beim Schreiben der Materialbestellliste helfen muss."
"Ist das denn so großer Aufwand. Sie meinen doch den großen Zettel der im Flur hängt, wo sie immer eintragen, wenn was aufgebraucht ist. Das abzutippen macht zwar jetzt sicher keinen großen Spaß, aber richtig lange dauert's doch sicher auch nicht."
"Normalerweise haben sie Recht. Nur leider ist der Zettel runtergefallen, und eine wohlmeinende Putzfrau hat ihn weggeschmissen." Sie klang ein wenig undeutlich, da sie sich den Draht zwischen die Zähne geklemmt hatte, der bisher die Lichterkette zusammenhielt.
"Ah, verstehe, und wer immer jetzt die Bestände kontrolliert, ist Schuld wenn nachher was fehlt."
" Frau Haller nickte. Inzwischen hatte sie die Lichterkette abgewickelt und war damit beschäftigt, sie auf dem Türrahmen zu platzieren.

Thiel trank einen weiteren Schluck Kaffee. Er fühlte sich ein wenig unwohl während er Frau Haller beobachtete. Das lag gar nicht mal so sehr daran, dass er wirklich glaubte, sie könnte sich bei ihrer Kletterei etwas tun. Er kannte sie gut genug um zu wissen, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen konnte.
Es hatte mehr damit zu tun, dass er von klein auf dazu erzogen worden war mitzuhelfen. Untätig daneben zu sitzen wenn andere beschäftigt waren, löste bei ihm immer eine Art schlechtes Gewissen aus. Er überlegte, dass er eigentlich gehen könnte. Allerdings hatte er nach wie vor keine große Lust auf die Besprechung. Außerdem war er doch neugierig, ob Frau Haller gewinnen würde.

Schließlich fragte er: "Soll ich den Kram vom Sofa aufsammeln?"
Frau Haller zuckte leicht zusammen, als er sie so unerwartet ansprach. Glücklicherweise fixierte sie gerade einen Teil des Kabels mit Klebeband so dass sie sich an der Wand abstützen konnte. "
Von mir aus gern. Aber der Chef nimmt sie dann heute Nachmittag vielleicht nicht mit nach Hause."
Thiel winkte ab. "Ich bin heut Nachmittag sowieso mit meinem Vater verabredet."
"Na dann. Danke für die Hilfe. Handfeger und Müllschippe sind..." Sie zögerte und machte dann anstalten von der Leiter zu steigen.
Thiel winkte ab. "Bleiben sie mal da oben. Ich werd‘s schon finden. So viele Möglichkeiten gibt's ja hier nun auch nicht."

Tatsächlich fand er das Gesuchte schon hinter der zweiten Tür. Vorsichtig schob er sich zwischen Leiter und Türrahmen durch und ging hinüber ins Büro. "Seien sie vorsichtig! Da sind Reißzwecken dazwischen." wurde ihm noch als Warnung hinterhergerufen.

Zuerst griff er sich die Schachtel in der die Büroutensilien zur Couch geflogen waren. Dabei handelte es sich um die Packung der Büroklammern. Die anderen Sachen waren da offenbar hineingestopft worden. Mit dem Ergebnis, dass die Schachtel vermutlich ihren Inhalt entleerte wenn man sie nur schräg anguckte. Das erklärte auch, warum Frau Haller nicht versucht hatte die Schere und das Klebeband einfach aus dem Schrank zu holen und die Schachtel oben stehen zu lassen. Immerhin war es möglich, dass sie dabei deren gesamten Inhalt oben im Schrankfach verteilt hätte.

Er griff sich den Besen des Handfegers und schob mit dem Stiel den Haufen Kleinteile möglichst breit auseinander. Als erstes fischte er mehrere Bündel, bestehend aus einer größeren Sicherheitsnadel auf die mehrere kleine gefädelt worden waren, aus der Menge der Büroklammern. Thiel vermutete dass letztere Packung erst vor kurzem angebrochen worden war. Er räumte die Sicherheitsnadeln zurück in eine kleine Schachtel, die sich ebenfalls auf der Couch fand.

Etwas mühsamer gestaltete es sich, die Reißzwecken einzusammeln. Allerdings wurden in dieser Rechtsmedizin solche mit farbigen Köpfen benutzt, so dass sie zumindest gut zu sehen waren. Er legte die halbe Handvoll einfach auf den Schreibtisch. Reißzwecken gehörten offenbar zu den Dingen, die nachbestellt werden mussten.

Schließlich "fegte" er die über die Couch verteilten Büroklammern auf die Müllschippe. Nach kurzem Zögern entschied er sich, sie zurück in die dafür bestimmte Packung zu füllen. Die war zwar einigermaßen ramponiert, aber er sah auf die Schnelle nichts Geeigneteres.

Thiel hatte eigentlich vorgehabt das Tuch wieder ordentlich zusammenzulegen. Allerdings gestaltete sich das allein und ohne eine glatte Fläche wo er es hätte ausbreiten können, für seinen Geschmack zu kompliziert. So faltete er es einfach nur zweimal quer und zweimal längs zusammen, so dass es sich gut über dem Arm tragen ließ. Danach griff er sich Handfeger und Müllschippe und ging zurück in die Küche.

In der Tür wäre er fast mit Frau Haller zusammengestoßen, die inzwischen wieder auf sicherem Boden stand während sie das letzte Stück der Lichterkette fixierte.
Thiel hatte gerade die Kehrgeräte zurück in den Schrank geräumt als die Schiebetür zu hören war. Frau Haller stieß einen leisen Fluch aus. Allerdings gelang es ihr den Stecker in die Steckdose zu stecken, bevor Boerne im Türrahmen erschien.
Sie grinste triumphierend. "So Chef, sie hängt und leuchtet. Also überprüfen SIE was wir nachbestellen müssen."
Boerne nickte langsam. "Es sieht tatsächlich so aus, als ob mir diese Aufgabe zufallen würde. Schließlich werden ihre kleinen Finger in der nächsten Zeit ja anderweitig beschäftigt sein. Und die Liste soll ja heute noch fertig werden."

Thiel beschloss, dass jetzt ein guter Zeitpunkt war, um sich zu verabschieden. Bevor Boerne bewusst wurde, dass er sich die Schachtel mit den Sicherheitsnadeln hätte etwas genauer ansehen sollen.


Während sie alle nacheinander den Raum verließen, verkniff sich Thiel ein zufriedenes Grinsen. Die Kollegen hätten das vermutlich missverstanden. Er war nicht der Einzige gewesen, der einen neuen Kickertisch für die Jugendpsychiatrie als Ziel für die Sammelaktion vorgeschlagen hatte. Als sein erstaunter Blick auf den von Nadeshda traf wusste er von wem der zweite Zettel mit diesem Vorschlag stammte.

Als seine Assistentin neben ihm auftauchte, zeigte er in Richtung Kantine und warf ihr einen fragenden Blick zu. Sie nickte. Es war zwar schon kurz nach zwei. Aber da viele der Kollegen bei der Besprechung dabei gewesen waren, würden sie sicher nicht die einzigen sein, die erst jetzt Mittag aßen. Vielleicht würde Nadeshda ihm ja dabei erzählen was sie zu ihrem Vorschlag motiviert hatte.

ENDE

Comments

Tatort-Adventskalender 2013: 13. Dezember

User cricri_72 referenced to your post from Tatort-Adventskalender 2013: 13. Dezember saying: [...] diesem Türchen verstecken sich gleich zwei Beiträge: Autorin: Titel: Vorweihnachtszeit [...]
Den Kickertisch vermisse ich auch, soviel steht fest. Aber:

Wofür brauchst du eigentlich den Strang mit dem ausgeliehenen guten Stück? Das erschließt sich mir nicht wirklich. Boerne und Alberich hätten ihr Gefecht um diese unliebsame Bestell-Aufgabe auch dann begeistert zelebriert, wenn er immer noch im Büro gestanden hätte.

Erwiesene Inkompetenz hatte die Kollegen in den letzten Jahren davon Abstand nehmen lassen, ihm in Abwesenheit irgendwelche unliebsamen Aufgaben aufs Auge zu drücken
Und findest du Thiel inkompetent? Ich hätte mich drüber amüsiert, wenn du es so gedreht hättest, dass er sie mit seinem bewusst ignorant/unmöglichen Verhalten in den Wahnsinn getrieben hat und sie ihm deshalb nichts mehr zu tun geben. Aber ihn als schlicht inkompetent hinzustellen, finde ich nicht schön.

Und was meint Boerne damit:
Schließlich werden ihre kleinen Finger in der nächsten Zeit ja anderweitig beschäftigt sein.
Das verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz...
Trööt, soviel Gemecker und das gleich am Morgen. :(
Kickertisch: Ich hatte die Szene in der Rechtsmedizin in einer Situation geschrieben in der ich warten musste, und daher genau so unausgelastet war wie die Figuren. :-)
Als ich sie mir einen Tag später noch mal durchgelesen habe hatte ich das Gefühl, das braucht einen Rahmen um als Geschichte stehen zu können. Deshalb hab ich dann halt noch Anfang und Ende dazugeschrieben. Diese Variante hab ich genommen, weil ich mir dachte, dass sonst irgendwer bemängelt, dass die beiden so was doch normalerweise beim Kickern klären.

Thiels "Inkompetenz". Ich bin jetzt einfach mal davon ausgegangen, dass klar ist, dass die Situation so ist wie du sie beschreibst. Was ja nicht heißt, dass seine Kollegen verstanden haben, dass er sich durchaus absichtlich keine Mühe gegeben hat. Ok, ich hätte die Inkompetenz in Anführungsstriche setzen können. *schultern zuck*.

Boernes Kommentar am Ende: Ok, ich dachte das wäre klar. Boerne hat den ganzen Kram in die Packung zu den Büroklammern gestopft in der Annahme, dass das der Schachtel nicht bekommt, womit er ja Recht hatte. U.a. hat er auch eine kleine Schachtel mit Sicherheitsnadeln mit reingepackt in der Hoffnung dass auch die aufgeht, und sich die Nadeln mit den Büroklammern vermischen. Die Einzelnen Sicherheitsnadeln aus dem Haufen Büroklammern rauszusammeln wäre meiner Meinung nach schon in die Kategorie Sysiphusarbeit gefallen. Die Sicherheitsnadeln waren aber eben nicht Einzeln sondern brav zu Bündeln aufgefädelt, was die Sache deutlich einfacher gemacht hat.

So, ich hoffe jetzt sind alle Klarheiten beseitigt.
*Tröööööt zurück*

Was heiß Meckern? Ich habe gesagt, den Kickertisch vermisse ich auch. Und die Scharmützel zwischen den beiden mag ich, ich habe nur nicht verstanden, wofür der Tisch in dem Fall wichtig war. Ist das Meckern? Oder doch eher die einfache Feststellung der Tatsache, wie ich das so sehe. (Und wie du selbst zu Anfang offensichtlich auch - wenn du diesen Teil erst nachträglich eingefügt hast, wie du schreibst?)

Ja, und der Rest... ich gehöre wohl zu den Lesern, die sich Texte nicht selbst erschließen, sondern gern alles vorgesetzt bekommen. Nenn mich naiv.
Bezogen auf Thiels Inkompetenz wären für mich Anführungszeichen tatsächlich besser gewesen, denn wirklich augenzwinkernd empfinde ich die Stelle nicht.
Und dass Boerne dieses ganze Chaos in der Kiste bewusst angerichtet hat, hat sich mir beim allerbesten Willen nicht erschlossen. Besonders die Intention mit Sicherheitsnadeln, die sich hoffentlich mit Büroklammern mischen... auf sowas komme ich nicht, dass da Hintergedanken dabei waren, sorry.
Wie gesagt. Zu naiv. *schulterzuck*

Hmm, ich denke die Grenzen zwischen Feststellung der Tatsachen und Meckern sind relativ fließend. :-)

Was die Punkte im Einzelnen betrifft: mal abwarten ob der Rest der Welt noch was zur Geschichte zu sagen hat. GGf. kann ich ja wirklich noch mal dran rumschrauben. Ich dachte mir halt, da Bürokram den man jeden Tag braucht ja nun sicher nicht zufällig außerhalb der normalen Reichweite verstaut wird, ist klar, dass Boerne da deutlich nachgeholfen hat.
Glaub mir, wenn ich gemeckert hätte, hätte es sich ganz anders angehört. Ich bin da sehr direkt.

Das in diesem Fall waren zwei Fragen, erstere mit Begründung dazu, letztere allgemein gehalten.

Das was mir nicht gefallen hat (Thiel), ja, das habe ich ja auch deutlich gesagt. Da lasse ich das Wort "meckern" gelten und stehe auch weiterhin dazu.
*muss lachen*. Von mir aus, dann nehm ich das "viel" vorm Gemecker zurück.
Immer noch eine süße Vorweihnachtsgschichte.
Der Gedanke, dass sich Boerne und Alberich, in Ermangelung ihres Kickertisches, andere "sportliche" Aktivitäten zum Kräftemessen suchen, amüsiert mich auch immer noch. Silke muss ja schon ganz schön klettern, aber sie schafft es. ;-)

Schön, dass Du sie veröffentlicht hast.
Ob du meinen Kommentar nun als Meckern buchen wirst oder nicht, liegt natürlich bei dir. *g*

Ich fühle mich auch nach dem zweiten Lesen etwas unbefriedigt von der Geschichte. Sie wirkt auf mich etwas "unentschlossen", nimm's mir nicht übel.

Dass Boerne und Alberich sich messen müssen, um ihren Spaß beim Arbeiten zu erhalten, ist für mich ok. Dass sie dabei kreativ werden können, erst recht. Dass Thiel das stützt, auch.
Aber warum du dann den Umweg gehst, dass die Rechtsmedizin ihren Kicker an die KuJP "ausleiht", ist ein unnötiges Ding. Hättest du die beiden den Kicker kaputt spielen und Thiel in der Diskussion mit den Kollegen eine Brandrede halten lassen, warum die Kripo der Rechtsmedizin einen neuen Kicker kaufen muss, hättest du ein Highlight an Humor gehabt. So hast du meiner Meinung nach eine gezwungene Konstruktion an Erklärungen, die zumindest mich mit dem Eindruck zurücklässt: "Das geht aber leichter, lustiger, flüssiger."

Und so geht es mir mit dem ganzen Text. Da wetten die beiden, ob Alberich es schafft, in Boernes Abwesenheit den Schmuck aufzuhängen. Gleichzeitig sagst du indirekt, Boerne bestimmt über die Dauer seiner Abwesenheit. Wo bleibt da die Wette? Er lässt sie also gewinnen, oder wie?

Gut finde ich, dass Thiel Alberich nicht aus Mitleid, sondern aus gutem Benimm heraus hilft. Gut finde ich auch, dass du dir die Möglichkeit für eine Geschichte mit Nadeshdas POV offen hältst.
Also erst mal grundsätzlich: Zum einen bezeichne ich so ziemlich sämtliche kritischen Anmerkungen zu Geschichten als Gemecker; einschließlich meiner eigenen entsprechenden Kommentare.
Zum anderen hab ich damit auch nicht wirklich ein Problem, auch wenn das heute früh wohl etwas anders rüber kam. Wenn der Begriff aber für allgemeinen Unmut sorgt, versuche ich ihn in Zukunft zu vermeiden. Vorausgesetzt ich denke in dem MOment dran. :-)

Nun zu dem was du geschrieben hast. Auf die Idee Boerne könnte sich absichtlich Zeit lassen, wär ichja nun absolut nicht gekommen. *staun*. Er muss zu dieser Besprechung und da er ja nicht mal Arbeit vorschieben kann, kommt er da auch nicht sofort wieder weg ohne sich mögliche Minuspunkte einzuhandeln. Und so wichtig, dass er das riskiert ist die Sache ja nun dann doch nicht.
Ich hatte kurz überlegt, dass Boerne einen zeitlichen Rahmen vorgibt, aber die Einhaltung hätte er ja dann wegen Abwesenheit nicht kontrollieren können.
So weiß er wie lange er vermutlich mindestens weg sein wird. Er sorgt also dafür, dass Alberich sich entweder woanders Schere und Klebeband besorgen muss, was länger dauert, oder sie sich die Schachtel holt, dann aber eben einiges an zusätzlicher Arbeit hat. Das wäre dann sozusagen ausgleichende Gerechtigkeit. Dass er bei den Nadeln nicht aufpasst und Thiel hilft war ja nicht Teil seines Plans. :-)
Kickertisch: Hmm, dein Vorschlag würde bedeuten, dass Thiel im Zuge der Weihnachtsvorbereitungen freiwillig Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das will er ja aber unbedingt vermeiden.
Vermutlich hätte man daraus mehr machen können. Aber wie ich ja oben schon geschrieben habe: Es ging mir dabei ja nur darum der Szene einen Rahmen zu geben und außerdem zu erklären warum die beiden die Sache nicht beim Kickern klären. *Schultern zuck*.
Nette Idee, den fehlenden Kicker so zu verwenden! Wobei sich Thiel ja durchaus amüsiert über die alternativen Möglichkeiten zum Kräftemessen, da hätte er gar nicht so dringend für Kicker-Ersatz sorgen müssen ;) Andererseits hat er vielleicht das Wohl der beiden, insbesondere von Frau Haller, im Blick. Kickerspielen ist immerhin ein relativ ungefährliches Unterfangen ...

Mir hat Dein Thiel und Dein Thiel-POV gut gefallen. besonders grinsen mußte ich hier: Erwiesene Inkompetenz hatte die Kollegen in den letzten Jahren davon Abstand nehmen lassen, ihm in Abwesenheit irgendwelche unliebsamen Aufgaben aufs Auge zu drücken. Das kann ich mir gut vorstellen, daß Thiel sein möglichstes dafür tut, nicht für irgendwelche Festvorbereitungen rangezogen zu werden.

Durchaus lebensecht und lustig fand ich auch das hier: Der Chef meint, der Mann hätte zu wenig Gesellschaft. Sprich, diese Sitzungen dauern meist ewig, ohne das wirklich was dabei rauskommt. Kommt mir bekannt vor ;)

"Sagen sie bloß sie wollen hier 'ne Lichterkette aufhängen."
Sie nickte fröhlich. Ein bisschen Weihnachtsdeko schadet nicht, und hier sieht's ja außer uns keiner."

Erst dachte ich, wieso, Weihnachtsdeko ist doch ... und dann, hm, ja, stimmt, in der Rechtsmedizin vielleicht ein wenig pietätslos. Und dann fiel mir die Diskussion um Thiels (möglich) St.-Pauli-Lichterkette aus kleinen Schädeln wieder ein ;)

Etwas verloren hast Du mich bei der Büroklammer und Stecknadel-Geschichte, da kam ich nicht mehr so richtig mit (Hat Boerne das absichtlich getan? Und wenn ja, ist das nicht doch ein wenig sehr fies ...? Und hat Thiel dann unwissentlich Boernes finsteren Plan durchkreuzt, indem er alles schon wieder auseinandersortiert hat als fleißiges Aschenputtel?)

Aber schön ist das Ende mit Nadeshda, weil ich mich natürlich sofort gefragt habe, was sie erlebt hat.
Die von dir erwähnte Lichterkette hatte ich auch im Hinterkopf *gg*.
Büroklammern und Nadeln: Ja klar hat Boerne das mit Absicht gemacht. Wobei seine Überlegungen eher dahin gingen, dass Alberich auf die Fummelarbeit keine Lust haben wird, und die Schachtel deshalb oben lässt. Dann hätte sie sich Klebeband und Schere aber anderweitig besorgen müssen was länger gedauert hätte. Den "finsteren Plan" durchkreuzt hat er indirekt selber. Weil er halt nicht mitbekommt, dass die Nadeln nicht einzeln sind und sich deshalb gut einsammeln lassen. Dass thiel ihr hilft macht die Sache für Silke zwar zusätzlich einfacher, aber so weit die Nadeln einzeln rauszupicken wäre sein Helferdrang dann wohl doch nicht gegangen. :-)
klar hat Boerne das mit Absicht gemacht. Wobei seine Überlegungen eher dahin gingen, dass Alberich auf die Fummelarbeit keine Lust haben wird, und die Schachtel deshalb oben lässt
Ganz echt, das ist mir sowas von zu kompliziert... ja, Boerne läßt Luft aus Fahrradreifen, er ist ein Depp. Aber das geht mir zu weit, wirklich.